Vivismus
Gestern in Bangkok Thai-Fondue gekostet. In ner Laotischen Bar zu zu Thai-Musik in Fassenachts-Aufmachung getanzt.
Heute nach Sukhotai gereist. Erst mit Taxi, dann Zug (dabei gabs sogar zweimal Nahrung und Getraenke wie im Flugzeug - sehr luxuerioes...), dann Tuk-Tuk, dann Bus und dann Pick-up.
Morgen Old-Sukhotai erkunden, schlafen und weiter nach Chiang Mai.
Tauchkurs bestanden, braun geworden. Jessy etwas rot, aber mittlerweile auch eher braun.
Schnupfen und weitere Erkaeltungssymptome.
Mofafahren ist leichter als gedacht (und schneller).
Stechmuecken werden niemals satt und scheuen keine noch so empfindliche Koerperstelle.
Es gibt auf Koh Chang den einsamsten und traurigsten Affen der Welt.
Chillis ist das einzige, was man auch mit Schnupfen schmecken kann...
Schluppi - 30. Jul, 16:43
Das Meer hat uns aller irdischen Besitztuemer beraubt - aber unser Leben konnten wir tapfer verteidigen. Mit letzter Kraft konnten wir uns an eine (fast) ganz einsame Insel retten. Die Gischt, die Wogen haben Spuren hinterlassen, aber sie konnten uns nicht vernichten.
Also, lieber nicht mehr Kajak fahren. War deshalb heute tauchen. Bis auf zwoelf Meter. Zwei Muraenen, einen Rochen, jede Menge Korallen und bunte Fische gesehen.
Einfach Traumhaft. Morgen wieder. Das Leben ist schoen (und sooo abenteuerlich aber auch).
Schluppi - 27. Jul, 15:19
Heute Elefant geritten - ein muss in jeder Biografie (ausser in Jessys, weil die keine Elefanten mag - verrueckt...).
Ganz toll, war das. Ich durfte ihn sogar selbst reiten - also mit knien hintern Ohr. Ausser das er beim Buesche futtern irgendwelche riesen Spinnen durch die Gegend werfen musste, fand ich nicht so nett. Wahnsinn, durch echten Dschungel, auf dem (ziemlich hohen) Ruecken eines Dickhaeuters, vorbei an Katschuk-Plantagen, anderen Elefanten, und wunderschoenen Baechen.
Morgen gehts dann unter Wasser. tauchkurs faengt an. Bin ja mal gespannt, ob ich das hinbekomme...
Bis die Tage..
Schluppi - 25. Jul, 15:11
Fuenf Tage Thailand - gefuehlt ein Monat...
Bis jetzt waren wir hauptsaechlich in Bangkok. Diese Stadt ist vor allem gross, laut und unbeschreiblich.
Heute wird nochmal entspannt - gleich gibt es eine Oelmassage...
Morgen fahren wir dann nach Ko Chang (Elefanteninsel): Tauchen, Elefanten lieb haben und feiern.
Gruesst mir Deutschland!
Schluppi - 23. Jul, 11:48
Merke: Impfen tut körperlich nur einen Bruchteil so weh, wie die finanziellen Schmerzen.
Aber zwei hübsche Pflaster mit Schneemänner drauf, entschädigen natürlich für fast alles. Demnächst möchte ich dann aber bitte auch einen Lolli - ich hab nämlich nicht geweint und die Arzthelferin auch nicht in den Finger gebissen...
Ab morgen bin ich Thailand - bloggen wird also die nächsten vier Wochen wohl eher sporadisch sein.
Manchmal muss man einfach Prioritäten setzen. Elefanten haben auf alle Fälle Vorfahrt vor Internet-Geschreibsel.
Schluppi - 17. Jul, 14:50
Je älter man wird, desto mehr schätzt man die Kunst des konstruktiven Schweigens.
Ezra Pound
Da der Schauraum erst ein Jahr alt wird, hat er noch Zeit, bevor er konstruktives Schweigen vorzieht. Auf ein weiteres...
Schluppi - 13. Jul, 11:25
Noch gestern war die Welt weiterhin benebelt vom vier-Wochen-WM-Taumel. Noch gestern war die deutsche Fußballwelt rosarot und wattebauschig.
Gestern noch war man hingerissen, verklärt – ja fast wie verliebt. Heute Morgen wacht man auf und ist ernüchtert. Auf der Autobahn flattern nur noch wenige schwarz-rot-goldene Fähnchen im Wind. Dafür liegen ganz viele am Straßenrand. Ganz alleine und dreckig. Wann erbarmt sich jemand und birgt die Kadaver der Deutschland-Flaggen aus den Gräben? Noch schlimmer: Klinsi will nicht mehr Bundestrainer sein. Dabei wollten es doch alle so sehr. Alle Macht dem Volk – was bringt uns eine Demokratie, wenn ein Herr Klinsmann sich dem Willen der Mehrheit nicht beugt. Dabei gab es in dieser Frage keine Debatten, keine Koalitionskrise, keine Vertrauensfrage. Okay, vor zwei Jahren vielleicht. Als Rudi Völler plötzlich nicht mehr wollte. Der eine Rudi Völler. Geliebt, verehrt, besungen. Keiner glaubte daran, dass es einen würdigen Nachfolger geben könnte. Zu groß die Sympathien, zu groß die Fußstapfen die der nächste Bundestrainer ausfüllen hätte. Und dann kam Klinsmann. Sonst wollte ja keiner. Klinsi mit dem niedlichen Grinsen und der nasalen Stimme. Klinsi, der die deutsche Elf trainieren soll und dabei in den USA wohnt. Der kann das doch nicht. Sieht man ja. Schmeißt etablierte Spieler aus dem Kader, nimmt dafür unerfahrene. Die WM-Vorbereitungsspiele bestätigen seine Unzulänglichkeit. Aber nach dem 9. Juni, nach Costa Rica haben ihn alle lieb. Nach dem 9. Juli sind wir zwar nicht Fifa-Weltmeister, aber dafür Champions der Herzen. Wir alle und Klinsmann vorneweg, als erster Held des Staates. Jetzt wollen wir ihn aber auch behalten. Alle Mittel der politischen Willensbildung wurden ausgeschöpft. Die Nationalelf reichte per Bildzeitung gar eine Petition ein, um ihren Trainer behalten zu können.
Als die Fußballer am Sonntag im Berlin „Danke Deutschland“ sagten und trugen, stand Klinsmann vor hundert Tausenden und wurde von den Moderatoren zum Ja genötigt. Trotz Beifall und Adrenalinstoß bat der neue Superheld um weitere Bedenkzeit. Er hat sich nicht zur Zusage hin- und mitreißen lassen. Aber wieso denn bloß? Alle wollen ihn doch. Alle klatschen. Alle jubeln. Noch ein paar Wochen und jemand hätte auch für ihn ein Lied gedichtet. Alle hätten mitgesungen. Mindestens bis zur EM. Wenn es da gut laufen würde, auch noch länger. Aber nur dann.
Zu 82 Millionen Menschen, die einen lieb haben Nein zu sagen – Frechheit. Oder eher Größe? Oder noch eher: Vernunft. Wenn es am schönsten ist, soll man auf hören. Solange das Fußballvolk einem Küsschen zuwirft, kann man in Würde gehen. Jetzt macht Löw den Job. Den haben wir aber noch nicht so lieb. Vielleicht bei der EM. Vielleicht aber auch nicht.
Schluppi - 12. Jul, 12:20
Du, wir (und er-sie-es sicher auch) bist/sind/ist Deutschland. Wenn nicht schon seit Ratzingers Bendetikts Golf vertickt, dann auf jeden Fall seit Klinsis Käfer mit Gold aufgewogen wurde.
Patriotismus ist kein Gefühl – Patriotismus ist, wenn der ebay-Server zusammenbricht.
Zumindest ist Patriotismus dann messbar. Nein. So einfach dann doch nicht. Nationalstolz ist sehr wohl vom Feeling her ein Gefühl. Auch wenn Du immer noch kein Baum sein möchtest, bist Du doch Deutschland. Dank Fußball. Dank Worten wie Gastgeber, Freunde und Fiiiiiinaaaaale.
Für eine Generation, in der der Name des Heimatlandes immer nur – wenn überhaupt – geflüstert wurde, ist es eine völlig neue Erfahrung Schland, Schland, Schlaaand zu singen, aufzustehen wenn man Adler ist und schwarz-rot-gold als die Trendfarbe des Sommers spazieren zu tragen.
Vier Wochen lang hatte Deutschland Urlaub vom Föderalismus, von der Gesundheitsreform, von Arbeitslosenzahlen und vor allen Dingen von der Erbschuld, die bisher jedem Neugeborenen noch im Kreißsaal auf die Schulter gelegt wurde.
Die Welt zu Gast bei Freunden – Deutschland endlich wieder einmal gut Freund mit sich selbst.
Gibt es nun tatsächlich ein neues Deutschland- ja Vaterlandsgefühl, ausgelöst durch die Weltmeisterschaft? Oder jubelt das Volk bloß dem Fußball zu, bei dem Fahnen, Schals und Schminke nun mal nicht fehlen dürfen? War zuerst das Huhn oder das Ei?
Egal: Deutschland macht Spaß. Nach einigen Minuten des Schreckens, erhoben sich am Dienstag Deutsche Fußballfans aus Sesseln und von Barhockern und klatschten dem italienischen Autokorso Beifall. Zwischen dem Applaus war ab und an aus den Mundwinkeln zu hören, dass der Pizza ab sofort abgeschworen wird. Na und? Kann in Zeiten der Volksüberfettung nur gesund sein. Bei aller Gastfreundschaft und allem Gut-Verlieren-Können darf der neu gewonnene Patriotismus nicht gleich wieder vergessen werden. Als Kompromiss wird den Italienern also einfach die schwarz-rot-goldene Flagge beim Vorbeifahren entgegen geschwenkt.
Abgesehen von der Einigkeit im Lande und der künftig gesunden Ernährungsweise hat die Weltmeisterschaft aber noch viel mehr bewegt:
Die nächste Pisa-Studie kann kommen – Deutschland ist schlauer geworden.
Die Bundesrepublik hat gelernt, dass:
…die richtige Strophe der Hymne mit „Einigkeit und Recht und Freiheit“ beginnt und es wenig später nicht „Brüh im Lichte dieses Glückes“ heißt.
…die USA keinesfalls eine Übermacht ist.
…54 mal 74 minus 1990 ganz einfach 2006 ergibt
…1990 plus 1974 minus 1954 ohne Frage 2010 ergibt und die Zahl sowieso viel schöner ist
…die Menschen aus Ecuador „Ecuadorianer“ heißen, Leute aus Togo „Togolesen“ genannt werden und es für die Einwohner von Trinidad und Taboga bislang noch kein deutsches Wort gab, man sie laut Auswärtigen Amt deshalb „Einwohner von Trinidad und Tabogo“ nennen sollte – es aber dank gewiefter Kommentatoren ganz viele tolle Namen wie Trinidenser und Tobagolesen oder Trinidisten und Tobagosen gibt.
…es einen Inselstaat namens Trinidad und Tobago überhaupt gibt.
Hach, bei soviel spielerisch erlernter Weisheit, bei soviel hinzugewonnenem Wir-Gefühl, bei soviel Klinsi-, Poldi-, Schweini-Gaudi muss der Kaiser es doch hinbekommen, dass wir auch in vier Jahren wieder die Welt einladen, um ein bisschen bei uns zu kicken. Auch als eigentlicher Nicht-Fußball-Enthusiast, bin ich viel eher Deutschland wenn das Runde, ins Eckige muss, Abseitsregeln unermüdlich erklärt werden und die Nation in Dauer-Bierlaune über die Straßen hüpft. Ich bin schwarz-rot-gold, Ich bin Fußballstar, von mir aus bin ich sogar Papst – Hauptsache ich muss nicht „der Baum“ sein….
Schluppi - 11. Jul, 13:36
Es ist Sommer. Einfach richtig Sommer, so wie es sich für einen Sommer gehört. Sonnenschein, blauer Himmel, die ersten Leute mit Sonnenbrand.
Alles da, was dazu gehört. Sogar ne Fußball-WM im eigenen Land. Die gehört zwar nicht unbedingt dazu, aber wenn sie gerade schon mal da ist.
Zu diesem Sommer gehören leider auch komische Hosen für Frauen, die ziemlich genau am Knie aufhören (die Hosen - nicht die Frauen). Ansonsten aber ein schöner Sommer, endlich und hoffentlich noch bis mindestens Oktober.
Schluppi - 13. Jun, 14:35